Skip to main content

Bild: © Michel Roggo - roggo.ch

Reuss: Äschen-Laichplätze in Gefahr

Der Regierungsrat Luzern hat am 20. Juni das Projekt für den Hochwasserschutz an der Reuss bewilligt. Da das Projekt Bundesrecht verletzt und Lebensräume der geschützten Äsche bedroht, haben Aqua Viva und WWF Beschwerde eingelegt.


«Das Hochwasserschutz-Projekt stammt konzeptionell von 2008. Das Projekt berücksichtigt weder die heutige Biodiversitätskrise noch die aktuelle Gesetzeslage. Damit verpassen wir eine einmalige Chance auf 13 Kilometer Länge die Reuss aufzuwerten.»

Esther Leitgeb, Bereichsleiterin Gewässerschutz bei Aqua Viva

Kiesentnahmen haben nachteilige Wirkung auf das gesamte Flusssystem
Das Reussprojekt sieht massive Kiesentnahmen von durchschnittlich 8000 Kubikmeter pro Jahr vor, das sind hunderte Lastwagen voll mit Kies. Beim ökologischen Vorranggebiet Schiltwald würde alle fünf Jahre die Sohle grossflächig ausgebaggert und damit der Lebensraum der Flusssohle zerstört. Dies ausgerechnet an den Orten, wo zum Beispiel die gefährdete Äsche ihre Laichplätze hat. Kies und Steine bilden die Lebensgrundlage für viele Tiere und Pflanzen und sind die eigentlichen Bausteine für die dynamischen Lebensräume der Reuss. Werden sie ausgebaggert, wird die Reuss im Projektgebiet und auf ihrer gesamten Länge bis in den Kanton Aargau massiv geschädigt.

Die Reuss als Naturjuwel schützen und wiederherstellen
Die Umweltorganisationen stellen die Notwendigkeit des Hochwasserschutzes nicht in Frage. Die Reuss ist jedoch ein Naturjuwel im Mittelland. Gefährdete und bedrohte Arten wie Äsche, Nase, Seeforelle, Bachneunage oder der zurückkehrende Lachs sind auf eine naturnahe Reuss angewiesen. Ein Alternativvorschlag, der auf Kiesentnahmen verzichtet und vergleichbare Kosten und Landverbrauch wie das Projekt aufweist, ist vorhanden. Dieser würde einen grossen Mehrwert über die Kantonsgrenze hinaus bringen und das Projekt den gesetzlichen Vorgaben anpassen. Aqua Viva und WWF zählen deshalb darauf, dass das Kantonsgericht der Beschwerde stattgibt.

Mehr Gewässernews

Trift Suite «Die Ermutigung der Wasseramsel»

Am 22. Februar erzählt Köbi Gantenbein im Kluturpark Zürich mit Texten zum Schmunseln und Nachdenken sowie musikalisch untermalt von der Kapelle Alpenglühn’, warum ein Wasserkraftwerk im Trift-Gebiet keine gute Idee und «was gescheiter zu tun ist».

Zürcher Geld für die Naturzerstörung in den Alpen?

Die Stadt Zürich will sich am Bau eines Wasserkraftwerks im Trift-Gebiet finanziell beteiligen. Das Gebiet ist ein unberührtes Naturjuwel, Lebensraum bedrohter Arten und würde durch den Kraftwerksbau vollständig zerstört.

Uferinitiative für Zugänglichkeit und Schutz der Seeufer

Aqua Viva unterstützt die Uferinitiative im Kanton Zürich, über die am 3. März abgestimmt wird. Sie setzt sich für den Schutz, die ökologische Aufwertung und die öffentliche Zugänglichkeit der See- und Flussufer ein. Bei Annahme der Initiative könnten zahlreiche Arten und Lebensräume profitieren.

Gewässerunterhalt und Artenvielfalt

Im Gewässerunterhalt werden jedes Jahr viele Eingriffe im Wasser oder auch im Gewässerraum ausgeführt. Hochwasserschutz und Artenvielfalt stehen dabei nicht in Konkurrenz zueinander, denn jeder Eingriff ist auch eine Chance zur Verbesserung der Lebensräumen von Tieren und Pflanzen.