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Umweltgift PCB bedroht die Artenvielfalt im Nationalpark

19. März 2021

Der Spöl im Nationalpark ist stark mit PCB belastet. Tiere und Pflanzen leiden unter dem Umweltgift, doch der Kanton Graubünden will nur Teile des Flusses in eingeschränktem Umfang sanieren. Aqua Viva, WWF und Pro Natura haben Beschwerde eingelegt.

Im Jahr 2016 sind bei Unterhaltsarbeiten an den Anlagen der Engadiner Kraftwerke AG (EKW) hochgiftige PCB in den Fluss Spöl im Schweizerischen Nationalpark gelangt. Dabei wurde dieser auf seiner gesamten Fliessstrecke bis zum Ausgleichsbecken Ova Spin verunreinigt. Algen, Moose, Fische und die Bachsedimente bis in eine Tiefe von 50 cm sind heute stark mit PCB belastet, das Wasser teilweise ebenfalls. Im vergangenen Herbst wurde im Nationalpark ein toter Uhu mit einer exorbitant hohen PCB-Belastung gefunden, was zeigt, dass das Gift bereits in die Nahrungskette der Wildtiere gelangt ist.

Trotz nachgewiesenen Schäden an der Natur und einer drohenden unkontrollierten Ausbreitung der Verseuchung verlangt der Kanton in seiner Sanierungsverfügung von der EKW aus wirtschaftlichen Gründen nur eine teilweise Entgiftung des Spöls. Mindestens ein Drittel der PCB würde so weiterhin im Spöl verbleiben. Nicht vorgesehen ist zudem die rasche Sanierung des mit PCB belasteten Druckstollens vom Stausee Punt dal Gall zum Ausgleichsbecken Ova Spin. Für die Restbelastung mit PCB sowie für die reduzierte Wasserabgabe an den Spöl und den Verzicht auf künstliche Hochwasser seit dem Vorfall werden ausserdem keine ökologischen Ersatzmassnahmen verfügt.

Medienmitteilung „Umweltgift PCB bedroht die Artenvielfalt im Nationalpark"

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