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29. Juli 2025

Aqua Viva zieht Beschwerde gegen Triftstausee zurück

Der Vorstand von Aqua Viva hat beschlossen, die vor dem Berner Verwaltungsgericht hängige Beschwerde gegen den Trift-Stausee zwischen Grimsel- und Sustenpass zurückzuziehen. Es ist keine Preisgabe einer wertvollen Landschaft, sondern ein Angebot für die Wiederaufnahme eines konstruktiven und rechtsstaatlich korrekten Dialogs um den Schutz von Natur und Landschaft und die gesteigerte Nutzung der in der Schweiz schon sehr weitgehend ausgeschöpften Wasserkräfte.


«Mit dem Rückzug der Beschwerde wollen wir noch grösseren Schaden abwenden.»

Martina Munz, Präsidentin Aqua Viva

2018 hat Aqua Viva Einsprache eingelegt gegen das Grossprojekt für einen Einstau des Talkessels «Trift» zwischen Grimsel- und Sustenpass im Berner Oberland. Nun zieht die Gewässerschutzorganisation ihre hängige Beschwerde vor dem Berner Verwaltungsgericht zurück. Nicht der Sachverhalt einer hochgradig schützenswerten Landschaft oder die Schwere des Eingriffs haben sich geändert, aber der Zeitgeist und die politischen Rahmenbedingungen: die Forderung nach mehr Stromreserven im Winter und die direkte Aufnahme des Projekts des Trift-Stausees in das vom Volk im Juni 2024 angenommene Stromgesetz.

«Mit dem Rückzug der Beschwerde wollen wir noch grösseren Schaden abwenden», sagt Aqua Viva Präsidentin Martina Munz. Ziel ist, dass für die übrigen 15 Wasserkraft-Projekte, die im Stromgesetz aufgelistet sind, rechtsstaatlich korrekte Verfahren durchlaufen werden, wie sie im Vorfeld der Volksabstimmung zum Stromgesetz versprochen wurden. Umweltrecht muss eingehalten und das bewährte Verbandsbeschwerderecht darf nicht beschnitten werden. «Wir hoffen, dass mit dem Rückzug der Beschwerde wieder eine echte Dialog- und Kompromissbereitschaft möglich wird. Interessensabwägungen beim Ausbau der Strominfrastruktur müssen mit Rücksicht auf Natur und Landschaft erfolgen», sagt Salome Steiner, Geschäftsleiterin Aqua Viva. Die Organisation zählt auf die Verlässlichkeit der Politik und auf die Versprechen, die im Rahmen des Runden Tisches zum Weiterausbau der Speicherwasserkraft und im Abstimmungsbüchlein zum Stromgesetz (2024) festgehalten worden sind.


«Wir hoffen, dass mit dem Rückzug der Beschwerde wieder eine echte Dialog- und Kompromissbereitschaft möglich wird. Interessensabwägungen beim Ausbau der Strominfrastruktur müssen mit Rücksicht auf Natur und Landschaft erfolgen»

Salome Steiner, Geschäftsleiterin Aqua Viva

Mit dem Rückzugsentscheid und ihrer Gesprächsbereitschaft erhofft sich Aqua Viva, bei vielen anstehenden Wasserkraftprojekten mehr Positives zu erreichen als mit einem möglicherweise langen Rechtsstreit bei der Trift. Vielerorts sind beim Ausbau der Wasserkraft Dialoge im Gang. Aqua Viva will als fachlich kompetenter Partner ernst genommen werden und die Interessen der Natur- und Landschaft kompetent vertreten. Zum Beispiel müssen die negativen Folgen von Kraftwerkprojekten mit zusätzlichen Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden und die seit fünfzig Jahren immer noch pendente Umsetzung angemessener Restwassermengen muss endlich erfolgen. Zudem ist es Aqua Viva ein grosses Anliegen, dass auch beim noch weitergehenden Ausbau der Schweizer Wasserkraft, Grenzen respektiert werden. Die wenigen, noch weitgehend unberührten Gebiete der Alpen sollen weiterhin in ihrer Wildheit bestehen bleiben. «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die Energiewende ökologisch verträglich erfolgen kann», sagt Präsidentin Munz.

Ihr Kontakt

Salome Steiner

Salome Steiner

Geschäftsleiterin

+41 52 510 14 50

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