Bild: © Aqua Viva, Dominic Tinner
6. November 2026
Sauberes Wasser – Herausforderungen und Lösungen für Schweizer Gewässer
Die Wasserqualität der Schweizer Gewässer steht durch Nährstoffe, Pestizide und weitere Schadstoffe unter Druck. Unsere Tagung am 23. Oktober 2026 in Dübendorf beleuchtete die aktuelle Situation, zeigte verschiedene Perspektiven auf mögliche Verbesserungsmassnahmen auf und diskutierte, wie sich Wasserqualität, Biodiversität und ökologische Gewässerqualität sinnvoll verbinden lassen. Praxisbeispiele sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung der Wasserqualität standen ebenfalls im Fokus – mit der Frage, wie die Akzeptanz für wirksame Massnahmen weiter gestärkt werden kann.
Sauberes Wasser ist die Grundlage für funktionierende Ökosysteme, eine sichere Trinkwasserversorgung und eine hohe Lebensqualität. Schweizer Gewässer stehen jedoch zunehmend unter Druck: In vielen Bächen, Flüssen und Seen werden überhöhte Nährstoffeinträge sowie Rückstände von Pestiziden, Medikamenten und anderen Schadstoffen nachgewiesen. Darunter leiden vor allem aquatische Organismen wie Fische, Insektenlarven und Mikroorganismen – mit Folgen für die Biodiversität und ökologische Prozesse, aber auch für den Menschen, etwa durch einen höheren Aufwand in der Trinkwasseraufbereitung.
Naturnahe, strukturreiche Gewässer stärken die Selbstreinigungskraft und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen. Gewässerschutz bedeutet deshalb mehr, als nur Schadstoffe zu reduzieren – er umfasst auch den Erhalt und die Wiederherstellung funktionierender Gewässerlebensräume.
Die Fachtagung vermittelte einen aktuellen Überblick über die Wasserqualität in der Schweiz: von Monitoringdaten und den ökologischen Folgen von Schadstoffen über die Belastung durch Pflanzenschutzmittel bis zu Arzneimittelrückständen in Gewässern. Hans Maurer zeigte am Beispiel des Insektizids Deltamethrin die Bedeutung von Gewässerräumen. Besonders erschreckend: Aus einem vom Hersteller angegebenen Abstand von 100 Metern zu Gewässern können legal 6 Meter werden. Cornel Wick machte deutlich, dass es bei Arzneimittelrückständen an der Sensibilisierung von Mediziner:innen und Bevölkerung mangelt.
Fachleute aus Kantonen und Gemeinden zeigten, wie eine regionale Abwasserentsorgung zur Gesundung des Greifensees beiträgt und wie die kantonale Strategie des Kantons Freiburg die Qualität von Grund- und Oberflächenwasser sichern kann. Praxisbeispiele vom Furtbach (ZH) und von der Orbe im Jura veranschaulichten, welche Massnahmen vor Ort wirken. Neue Perspektiven eröffneten der Biber als Gewässergestalter und das Citizen-Science-Projekt FLOW: In Deutschland erreichte es bis zu 15 Millionen Menschen, und Tausende Freiwillige untersuchten ihren Bach. In der abschliessenden Podiumsdiskussion ging es schliesslich um die Frage, wie sich die gesellschaftliche Akzeptanz für wirksame Massnahmen stärken lässt.
Präsentationen
Gewässer unter Druck: Monitoring, Schadstoffe und ökologische Folgen
Deutsch | Französisch
Silwan Daouk, VSA, Eawag
Tote Bäche, schlechte Gesetze, gelähmte Behörden: wie Pflanzenschutzmittel unser Wasser vergiften und was dagegen unternommen werden kann
Hans Maurer, Maurer & Stäger AG
Ärztlich verordnete Umweltrisiken? Arzneimittelrückstände in Gewässern und mögliche Alternativen
Cornel Wick, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
Regionale Abwasserentsorgung Greifensee – der Schlüssel zur Gesundung dieses Ökosystems
Edith Durisch, Kanton Zürich, AWEL
Kantonale Strategie zur Sicherung der Wasserqualität von Grundwasser und Oberflächengewässern
Catherine Folly, Kanton Freiburg, Amt für Umwelt
Beispiel Furtbach ZH: Massnahmen zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Tierarzneimitteln
Pius Niederhauser, Kanton Zürich, AWEL
Die Orbe und die Wasserqualität in einem Klimaschutzgebiet für die Biodiversität des Jura
Christophe Estermann & Christian Lambercy, Association l’Orbe vivante
Der Biber als Gewässergestalter – Auswirkungen auf Wasserqualität und Ökosystem
Deutsch | Französisch | Englisch
Leonardo Capitani, Eawag
Lebensraumqualität von Bächen gemeinsam erfassen und verstehen – Einblicke ins Citizen-Science-Projekt FLOW
Roland Bischof & Louisa-Marie von Plüskow, Projekt FLOW
Ihr Kontakt
Rückblick weitere Fachtagungen
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